Herr Oetjens

Herr Oetjens ist seit diesem Schuljahr bei uns an der Schule.

  1. Wie lange sind Sie noch Referendar?

Ich bin noch für etwas mehr als ein Jahr Referendar. Richtig fix und fertig bin ich im Februar 2023. Meine Prüfung ist aber schon in etwa einem Jahr, also im November 2022. Da kann dann hoffentlich gefeiert werden.

  1. Was hat Sie dazu gebracht Lehrer zu werden?

Das ist eigentlich eine etwas längere Geschichte mit vielem Hin und Her. Das erste Mal davon gesprochen habe ich, lasst mich überlegen, da war ich 16. Auf einem Geburtstag meiner Großtante in Berlin. Ich war so felsenfest davon überzeugt, dass ich Lehrer werde, ich habe es fast selbst geglaubt. Bis es dann soweit war, war es ein sehr langer Weg. Damals habe ich meinen erweiterten Realschulabschluss gemacht und wollte dann eigentlich etwas in Richtung Informatiker werden. Also habe ich die einjährige Berufsfachschule für Informatik besucht und habe dort von Systemintegration bis Datenbanken alles ein wenig gelernt. Das war aber dann doch nichts für mich – ich arbeite gerne mit Technik, aber zum beruf wollte ich das nicht machen. Danach habe ich dann mein Abitur nachgeholt und wollte zunächst Biologie mit Anschlussstudium Meeresbiologie studieren. Da ich mir aber sehr unsicher war, bin ich für ein Jahr nach Australien gefahren und bin dort, fernab der normalen Touristen und Backpacker, mit einem Freund die Westküste entlanggefahren. Das hat mich etwas geerdet, aber wirklich weiter bin ich nicht gekommen. Ich war mir so unsicher, was ich machen möchte. Wieder zu Hause habe ich mich dann gegen ein Biologiestudium entschieden. Stattdessen habe ich mich für zwei verschiedene Studiengänge, Erneuerbare Technologien und Nanotechnologie, entschieden. Erneuerbare Technologien hätte ich sogar studieren können, aber war einfach sehr unglücklich damit. Ich habe dann ganz lange mit vielen verschiedenen Menschen gesprochen, habe mit der Universität telefoniert und unfassbar lange überlegt. Kurz vor Ende der Bewerbungsphase habe ich mich letztendlich doch umentschieden und gerade noch rechtzeitig für das Studium Lehramt entschieden.

Ihr seht, es war ein langer Weg, mit ganz vielen Überlegungen, Kurven, Kreuzungen und Irrwegen. Manchmal ist das so und das ist okay, denke ich. Jetzt bin ich unfassbar glücklich, denn letztendlich war es von Anfang an das, was ich immer machen wollte. Natürlich gibt es nirgendwo immer nur Sonnenschein, aber der Beruf macht mir Spaß und die Arbeit mit Schüler*innen ist einfach toll. Den Rest regeln die Socken.

 

  1. Wie lange dauerte ihr Studium?

Nächste Frage. 😀 Etwas länger als der Regelfall. Ich habe zuerst Biologie und Deutsch studiert. Kurz vor Ende des Bachelorstudiums (das ist der erste Studiengang, der dauert drei Jahre) habe ich selbstverschuldet mein Studium Biologie in den Sand gesetzt. Biologie war immer super und ich war auch wirklich gut darin, nur diese eine Klausur war absolut gar nichts für mich und ich musste dann mein Fach wechseln (Klausuren nennt man die Arbeiten an der Universität – fragt einen Erwachsenen, warum das so ist. Klingt wohl besser). Ich habe mich dann für Chemie entschieden und musste dann das ganze erste Chemiestudium, den Bachelor, nachholen (also das, was eigentlich drei Jahre dauert). Das habe ich in zwei Jahren geschafft. Das Chemiestudium besteht aus super vielen Laborpraktika und die darf man nicht alle gleichzeitig besuchen, leider. Danach kamen dann anderthalb Jahre Master (das dauerteigentlich auch zwei). Ich habe insgesamt etwas mehr als 6 Jahre für mein Studium gebraucht.

 

  4.Welche Fächer unterrichten Sie?

Ich unterrichte Chemie und Deutsch. 😊

 

  5.Auf welcher Schule wollen Sie später arbeiten?

Also eigentlich würde ich wirklich gerne an der Ernst-Reinstorf-Oberschule bleiben. Ich fühle mich hier extrem wohl, willkommen und geschätzt. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich mich hier einbringen und eigene Ideen und Vorstellungen auch verwirklichen kann.

 

  6.Was ist ihre Meinung zu unserer Schule?

Wie gesagt, ich fühle mich hier sehr wohl. Ich finde die Kolleg*innen und die Schüler klasse und finde das Konzept der Schule toll. Ich glaube, was ich besonders toll finde ist, dass man hier zählt. Man ist nicht nur ein Name in einer Liste von Lehrkräften, sondern kann sich einbringen und wird wahrgenommen. Die Menschen hier an der Schule sind extrem hilfsbereit und das schätze ich sehr. Ich befinde mich noch in der Eingewöhnung, habe noch viel zu lernen, aber das Ankommen und das erste Zurechtfinden wurde mir durch die anderen Lehrkräfte und auch durch die tollen Klassen, in denen ich unterrichte, sehr erleichtert.

 

  7.Was ist das wichtigste Fach ihrer Meinung?

DAS wichtigste Fach gibt es, glaube ich, nicht. Ich denke, es ist viel wichtiger über den Tellerrand zu gucken und zu versuchen die Fächer zu verknüpfen. Einen sinnvollen Bezug zum Alltag zu finden, damit die Schüler*innen verstehen, warum sie etwas Bestimmtes lernen sollen. Das ist nicht immer leicht und vielleicht auch gar nicht immer möglich. Aber unser Beruf soll den Lernenden, also euch, ein möglichst breites Grundwissen mit auf den Weg geben (Also möglichst viel Wissen und die Fähigkeit dieses Wissen auch anzuwenden oder sich dieses selbst zu erarbeiten). Auf meinem Weg zum Lehrer habe ich bestimmt 10 oder 15 verschiedene Wissensgebiete abgeklappert. Für die Informatik brauchte ich ganz viel Mathematik, teilweise Physik und Englisch. Für Erneuerbare Technologien und Biotechnologie hätte ich wieder ganz andere Sachen gebraucht. Wichtig werden für euch einzelne Fächer, sobald ihr in den Beruf geht, denke ich. Vorher ist es schwierig oder sogar unmöglich zu sagen, was richtig wichtig ist und was nicht. Manchmal weiß man ja auch gar nicht, was man für einen Beruf so alles können muss…

 

Neben der Wichtigkeit für einen bestimmten Beruf ist aber auch die Zukunft der Menschheit selbst wichtig – also eure Zukunft, die nichts mit dem Beruf zu tun hat. Ich denke, es ist extrem wichtig, dass ihr lernt, wie man sich vernünftige Informationen beschafft und wie man mit Nachrichten und neuen Erkenntnissen umgeht und diese bewertet. Ihr wisst schon: Was sind Fake-News und was bedeutet beispielsweise eigentlich der Klimawandel für euer Leben in 20 Jahren. Daran zu denken ist für euch sicherlich schwierig – das ist auch total okay so. Aber wir möchten euch die Fähigkeiten und Fertigkeiten mitgeben, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt, wenn ihr dazu bereit seid und das idealerweise in jedem Fach.

 

 

  8.Auf welche Schule gingen sie früher?

Grundschule: Grundschule am Weinbergsweg in Adendorf. Realschule: Realschule am Katzenberg in Adendorf. Informatik: Berufsbildende Schule 1 in Lüneburg. Abitur: Anna-Warburg-Schule für Pädagogik und Psychologie in Hamburg.

 

  9.Was für einen Eindruck haben sie von den Schüler der ERS?

Wie gesagt: Ich fühle mich von den Schüler*innen sehr wertgeschätzt und als Person angenommen. Ich kenne ja noch nicht so viele Klassen, aber die, die ich unterrichte, habe ich wirklich liebgewonnen.

 

  10.Was ist für sie das anstrengsten hier in der Schule?

Am Anstrengendsten? Das ist schwierig.

Momentan noch die Vorbereitung, glaube ich. Das ist wirklich ungewohnt und braucht sehr, sehr viel Zeit. Alles, was ich im Studium gelernt habe, muss nun irgendwie praktisch genutzt werden. Ich muss sagen, einige Sachen funktionieren dann doch ganz anders, als ich gedacht habe. Das ist manchmal etwas frustrierend und anstrengend, wenn man daran denkt, dass man den ganzen Tag geplant hat. Aber am Ende sind das auch Erfahrungen und dann wird es eben das nächste Mal anders gemacht.

Soll ich euch mal sagen, was am Anfang das wirklich, wirklich anstrengendste gewesen ist? Sechs Stunden am Stück in der Schule zu sein. Alles war neu und mir noch total unbekannt. Die ganzen Menschen, die ich kennenlernte, das Unterrichten. Das hat mich echt ganz schön geschafft. Nach sechs Stunden Unterricht konnte ich mich am Ende zu Hause nur noch auf die Couch werfen und zwei Stunden schlafen. Vorher ging gar nichts.

 

  11.Auf welcher Uni haben Sie studiert?

Auf der Leuphana-Universität Lüneburg

 

  12.Wie lang ist Weg zur Schule?

Etwa 30 Minuten mit dem Auto.

 

  13.Was sind ihr Hobbys?

Ich Bouldere sehr gerne, spiele Pen & Paper (Cthulhu und Hillfolk, zum Beispiel), andere Erzählspiele (Fiasko), Koche extrem gerne mit Freunden und treffe mich mit Freunden online (oder ganz altmodisch: bei denen oder bei mir und wir machen eine LAN), um mit ihnen gemeinsam zu zocken. Außerdem gebe ich eigentlich Kaffeeseminare, aber durch Corona ist das momentan nicht möglich – also ist Kaffee irgendwie auch ein Hobby von mir.

   14.Was sind ihre Lieblingssocken?

Meine Waschbärsocken. Ne, meine Kaffeesocken. Oder meine Partyhamstersocken? Ihr stellt aber schwierige Fragen…

   15.Haben Sie eine Freundin?

Ja… 😉

   16.Wie alt sind Sie?

Ich bin 30 Jahre alt.

   17.Wo wohnen Sie

In Lüneburg. 😊

 

 

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