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Besuch im Kinderhaus

Heute ist mein erster Ferientag und heute war ich das erste Mal zum Hospitieren. Ich war in einem Kinderhaus in Sachsen-Anhalt. Da ich früh genug zu Hause losgefahren bin, kam ich pünktlich an, obwohl ich eine falsche Ausfahrt genommen und damit einen Umweg gemacht habe. Ich kam auch pünktlich an, obwohl ich eine Straße dreimal hoch und runter fuhr, ohne das Kinderhaus zu finden. Selbst eine Anwohnerin konnte mir nicht helfen. Da musste ich mir die Blöße geben und im Kinderhaus anrufen und nach dem Weg fragen. Ein Navi kaufe ich mir trotzdem nicht. ;-)

Kursteilnehmerinnen, die schon hospitieren waren, erzählten, dass man bei Ankunft eine Belehrung bekommt, dass man sich ganz still am Platz zu halten hat … am besten, als wäre man gar nicht anwesend. Das war heute nicht so. Ich wurde aufgefordert, mich in den Morgenkreis zu setzen und mich vorzustellen und mitzusingen und während der Arbeitszeit auch herumzulaufen und mir alles anzusehen. Während des Morgenkreises hatte ich links und rechts je ein kleines Prinzesschen mit Kulleraugen zu sitzen, die sich beide an mich ankuschelten. So niedlich!!!

Während der Arbeitszeit gingen die Kleinen ihren Tätigkeiten nach, ich sah verzückt zu und durfte einmal auch einen Kleber aufmachen, dessen Deckel ein wenig festgeklebt war. Das war ein schöner Start in die Ferien!

Gesprächsführung mit Kindern

Im Rahmen der Fortbildungsreihe „Kooperation Kita und Grundschule“ ging es heute um das Führen von Dialogen mit Kindern. Im Zentrum stand die Frage, welche Wirkung das Führen von Gesprächen auf die Entwicklung der Denkfähigkeit hat und daraus ableitend die Möglichkeiten, die wir in Kita und Schule finden können und müssen, um mit den Kindern in Gespräche zu kommen, die nicht der Beschreibung und Planung dienen und die sich nicht um aktuelle Befindlichkeiten drehen, sondern dazu anregen, über unsere Welt zu spekulieren. Gesprächsführung mit Kindern weiterlesen

Bildung in der Kita

Bis vor kurzem habe ich nicht viel über die Arbeit in den Kitas nachgedacht – meine eigenen Kinder werden dort nicht mehr betreut und die Schüler fangen bei mir immer erst mit dem Schulanfang an – vorher schwimmen sie im großen See meiner Unkenntnis ;-) (okay, das ist etwas übertrieben, aber nicht viel)

Dieser Unkenntnis bin ich jetzt entkommen, da ich an einer Fortbildungsreihe „Kooperation Kita und Grundschule“ teilnehme. Die erste Veranstaltung war sehrsehr spannend und machte mich absolut neugierig auf das, was in den Kitas passiert. Diese Neugier konnte ich zum Teil befriedigen, da unsere 2. Fortbildungs-Veranstaltung als Besuch der Kita „Rappelkiste“ in Wünsdorf organisiert wurde. Dort konnten wir sehen, wie den Lernbedürfnissen der Kinder entsprochen wird.

Bei dieser Kita handelt es sich natürlich um eine ganz tolle „Vorzeige-Einrichtung“ aber letztendlich ist es doch so, dass Bildung tatsächlich vor der Schule anfängt und zum großen Teil außerhalb von Schule passiert. Vieles andere bilden wir uns nur ein, um unser Dasein als Lehrer zu erhöhen. Das heißt nun nicht, dass ich meinen eigenen Berufsstand als entbehrlich betrachte. Es ist eher so, dass ich mir wünsche weniger der Unterrichts-Macher zu sein und mehr der Lernbegleiter um eher den wirklichen Lerninteressen der Kinder nachkommen zu können.

In der oben erwähnten Kita ist es so, dass in mehreren „Bildungsecken“ Materialien bereit liegen, die von den Kindern nach Bedarf genutzt werden. Die Erzieher haben mehrere Beobachtungskinder und sind bestrebt aus ihren Beobachtungen abzuleiten, welche Interessen gerade im Focus der „Zwerge“ sind. Entsprechend bieten sie ihnen zusätzliche Materialien an und machen Betätigungsangebote. Das funktioniert super und so in der Art würde ich auch gern in der Schuleingangsphase arbeiten.

Leider fallen mir da als erstes Sachen ein, die dagegen sprechen: zu kleine und zu wenige Räume, zu viele Kinder in der Klasse, zu wenige Kollegen, die mit mir gemeinsam an einer Umstrukturierung arbeiten wollen ….
So muss ich mir gleich mal ins Bewusstsein holen, dass viele Neuerungen mit kleinen Dingen begonnen haben… und deshalb sollte ich mal schauen, welche kleinen Veränderungen ich vornehmen kann, um irgenwann dorthin zu gelangen, wo ich hin möchte.

Wer sich mit Bildung in Kita und Grundschule beschäftigen mag, kann viel interessantes im GOrBiKs „Gemeinsamer Orientierungsrahmen für die Bildung in der Kindertagesbetreuung und Grundschule“ lesen. Ihr findet hier eine PDF-Datei und hier einen Praxisbericht.

Die Bilder können mich glatt neidisch machen – oder mir Ideen geben, wie ich die Materialien in meinen zwei Klassen ergänze und anbiete. …. mal sehen, was geht.