Anlautkiste

In meinem sogenannten Arbeitszimmer, das eigentlich eher ein Arbeitsmaterialien-Aufbewahrungszimmer ist, gibt es viele UVOs. Eines dieser lange geplanten aber bisher unvollendeten Objekte ist eine Anlautkiste. Ein kurzes Graben in verschiedenen Kästen und Schüben brachte zu fast jedem Buchstaben eine kleine Figur hervor. Außerdem fand ich selbstklebende Buchstaben aus glitzerndem Moosgummi, die ich gleich in die Fächer einer Sortierbox klebte.
Nun fehlt mir nur noch eine kleine Sonne. (Liebe Familie lest ihr das? Hat einer von euch Streudeko mit Sonnen?) Für Qu, X und Y werde ich kleine Bildkarten anfertigen, da es ziemlich schwierig sein wird, passende Miniaturen dafür aufzutreiben.

anlautkiste

Wie setzt ihr solche Kiste ein? Figuren aus den Fächern nehmen und wieder einsortieren, ist klar. Ich denke, dass ich zusätzlich Wortkärtchen anbiete, die den herausgenommenen Figuren zugeordnet werden können. Was geht noch?

 Update:

Vielen Dank an Katharina für die Ideen.

Vielen Dank auch an alle, die Vorschläge für die fehlenden Miniaturen gemacht haben.

Das S hat jetzt eine Seerobbe; das Qu ein Quadrat – ich habe aber auch supersüße gehäkelte Miniquallen im Internet gefunden … und auch welche aus Kunststoff (5 Stück für ca. 6€ inklusive Versand).

Fürs X klebe ich in den nächsten Tagen aus Hölzchen ein Xylophon und evtl. finde ich jemanden, der mit der Säge gut umgehen kann und mir ein Yak aus Holz ausschneidet.

Lieblingsbuch

„Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backmann lag schon einige Wochen auf meinem Stapel zu lesender Bücher. Wie ich auf diesen Roman aufmerksam wurde, weiß ich gar nicht mehr so genau – vermutlich kam er mir bei der Recherche nach Büchern unter, die ich zu Weihnachten oder zum Geburtstag verschenken könnte.

Als nun der Kinofilm beworben wurde, war es für mich an der Zeit, das Buch aus dem Stapel zu holen und zu lesen.
Dem, was auf der vorderen Umschlagklappe steht, kann ich nur beipflichten: humorvoll, einfühlsam, liebevoll, fesselnd, unglaublich komisch, ein Schmelztiegel der Gefühle …

Ich habe beim Lesen herzhaft gelacht, aber auch Taschentücher benötigt. Dieser Roman gehört nun für mich in die Rubrik Lieblingsbuch und wird gerne an meine Liebsten verliehen, in der Hoffnung, dass sie genauso viel Freude und Wärme beim Lesen dieser Geschichte empfinden.

buch

Und heute werde ich mir den Film in meinem Lieblingskino ansehen. Ich bin sehr gespannt.

Wortbildung II

Da nachgefragt wurde:

Ich habe letztendlich indidis Anregung aufgegriffen und ohne großes Brimborium die Vorsilben links und die Nachsilben rechts an der Filzkante untereinander angeordnet. Für die Kinder war das schlüssig und sie haben prima damit arbeiten können.

Damit die Kinder selbständig ordnen können, habe ich die Vor- und Nachsilben in verschiedenen Farbtönen ausgedruckt.

wortstammbaum

Es funktioniert natürlich auch ohne Baum, wenn mehrere Kinder an diesem Thema arbeiten.

wortbausteine

 

Wortbildung erforschen

Beim Thema Wortbildung kommt man am Begriff Wortstamm kaum vorbei. Aus diesem Grund zeichne ich gern einen Baum an die Tafel in dessen Stamm ich den Grundbaustein einer Wortfamilie schreibe – eben den Wortstamm. Im Bereich von Baumkrone und Wurzeln notiere ich Vor- und Nachsilben, Endungen und Präpositionen, die häufig zur Wortbildung genutzt werden.
Mit diesem Angebot an Wortbausteinen können die Kinder also Wörter bilden. Bei der Tafelarbeit bin ich diejenige, die das Ganze leitet und anleitet.

In diesem Jahr habe ich das Vorgehen verändert und in 2 Etappen mit den Kindern thematisiert. Dabei habe ich eine gemeinsame Einführung mit den Kindern gemacht und sie anschließend mit Partnern an der Wortbildung forschen lassen.

Zuerst habe ich den Wortstamm freund und ungeordnete Wortbausteine auf Papier angeboten und mit den Kindern ausprobiert, was man damit machen kann. Das war sowohl für die Kinder, als auch für mich ganz spannend. Ganz besonders interessiert war ein Kind, das sonst eher wenig erfolgreich im Bereich Sprache lernt. Dieses Kerlchen war sowohl bei der einführenden Darbietung als auch in der Partnerarbeit lange Zeit konzentriert bei der Sache und fand viele Wörter.
Sehr spannend für mich war auch, wie die Kinder einige Wortschöpfungen erläuterten, wenn ich meinte, dass ich dieses Wort nicht kenne. Da gab es zum Beispiel die Schöpfung: mitbefreunden. Erklärt wurde mir, wenn zwei Kinder Freunde sind und da kommt noch einer dazu, dann ist er mitbefreundet. Logisch – oder?

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Heute habe ich diese erste Arbeitserfahrung aufgegriffen und den Kindern das Ganze in einer anderen Form präsentiert, um ihnen den Begriff Wortstamm nahezubringen. Dazu habe ich die gleichen Wortbausteine in drei Schriftfarben ausgedruckt und auf einem Filzbild mit Baum präsentiert.
Die Kinder fanden es völlig einleuchtend, dass man die Bausteine durch die Farben gut sortieren kann und besser weiß, welche vorn und welche hinten am Grundbaustein angesetzt werden können. Und dass der Grundbaustein Wortstamm genannt wird, kann man sich bestimmt gut merken, wenn man ihn immer auf den Stamm des Baumes legt, meinte ein Mädchen.

Zum Ende der Einführung fieberten die Kinder schon danach, selbst Wörter bilden zu dürfen. Zwei Dreiergruppen durften mit je einem Baum arbeiten. Die anderen arbeiteten wieder mit der schlichten Version. Aber alle waren eifrig bei der Sache: schoben Wortbausteine, diskutierten darüber und schrieben ihre gefundenen Wörter auf .

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Was ich beim Baum immer wieder als ungünstig ansehe ist folgendes: Wir lesen und schreiben unsere Wörter von links nach rechts und setzen also auch die kleinen Wortbestandteile links davor oder rechts dahinter. Der Baum ist leider vertikal ausgerichtet und so liegen die Vorsilben unten und die Nachsilben und Endungen oben. Das ist irgendwie doof. Aber die Kinder haben sich nicht beschwert 😉

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Glück gehabt

Einige Tage war die Drachenburg, so wie alle 4teachers-Blogs, nicht erreichbar. Zum Glück wurde sie aus dem digitalen Nirwana gerettet. Nun krame ich hinter den Kulissen mit dem Design herum und finde nichts, das mir zusagt.

Wahrscheinlich muss ich erst einmal mein Headerbild und die Minidrachen-Bilder aus den Sicherungsdateien graben und hochladen, damit ich mich wieder heimisch fühle.

Vielleicht kommt mit der Neugestaltung auch meine Schreiblust zurück?

einblick

Ei – eye

Heute kam ein spannendes Teil für meine Klasse an: ein Easi-Scope2 Wireless. Ich würde es als „digitales Vergrößerungs-Auge“ bezeichnen.

Bevor ich es mit den Kindern nutze, muss ich mich natürlich erst einmal selbst damit vertraut machen. Mein erster Eindruck nach Installation und 15min Spielerei:

Die Technik lässt sich unter Windows 7 problemlos und schnell installieren. Das Ei selbst lässt sich gut handhaben und vergrößert in einem Maß, das ich für die Altersstufe angemessen finde.

Es wird leider nur ein englischsprachiges Heftchen mitgeliefert. Man kann sich aber die deutsche Handreichung als PDF-Datei im I-net suchen.

Das Speichern der Bilder ist für mich einfach, für Kinder Klasse 1 und 2 wird es wohl nicht zu bewältigen sein. Wenig hilfreich ist dabei, dass das Menü nur englisch ist. Für Erstleser ist das nicht so der Bringer.

Ich habe auch noch nicht herausgefunden, ob man jpeg als Speicherstandard einstellen kann. Im Augenblick bietet das Programm als Standard bmp an und „merkt“ sich auch nicht, dass ich lieber jpg hätte. Den Speicherort braucht man nur einmal eingeben, sodass jedes folgende Bild an diesem Ort abgelegt wird.

Ich bin gespannt, wie das Ding dem Härtetest der Kinder standhält.

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Schnappi lebt!

Meine Ersties beschäftigen sich gerade mit dem Vergleich von Mengen und Zahlen. Dafür nutze ich seit Jahren einen Schnappfisch, den ich speziell dafür gezeichnet habe.

In diesem Jahr habe ich erstmalig das Zaubermini „Das Krokodil frisst viel“ für meine Schülerlein vorbereitet und den Schnappfisch beurlaubt. Als Vertretung für ihn habe ich den Kopf eines Krokodils gezeichnet, das das Vergleichszeichen zwischen den Zähnen hält.

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Beim Basteln fing es dann plötzlich an einem Tisch an:
„Schni Schna Schnappi, Schnappi Schnappi schnapp! …“

Nachdem ich gefühlte 50mal den Refrain gehört hatte, bat ich die Kinder damit aufzuhören oder auch eine Strophe zu singen. Da zwei meiner Zwerge es tatsächlich schafften, die erste Strophe aus ihrem Gedächtnis zu kramen, durften alle Kinder diese Strophe dreimal singen. Nun reichts mir erst mal. Ich vermute aber, das wir das morgen wieder singen müssen wollen.
(Den Text habe ich mir vorsorglich ausgedruckt.) 😉

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Lesefreude schenken

Durch der Frau Hilde ihr Blog bin ich auf „Blogger schenken Lesefreude“ aufmerksam geworden. Das finde ich eine schöne Sache, ein Lieblingsbuch zu verschenken, einfach so, weil am 23.04. Welttag des Buches ist. Da mach ich gern mit.

Ich verschenke Lesefreude mit  „An der Arche um Acht“ von Ulrich Hub und Jörg Mühle. Ich liebe dieses Buch, habe es schon mehrfach an Erwachsene und Kinder verborgt und als, von mir vorgelesene, Hör-CD verschenkt.

Wer gern Lesevergnügen mit drei Pinguinen hätte, hinterlässt bitte einen kurzen oder auch längeren Kommentar. Alle Einträge bis einschließlich 23.04. werden berücksichtigt, da ich die Verlosung erst am 24.04 durchführen kann. Das entspricht zwar nicht so wirklich den Regeln, aber es geht nicht anders und das Lesen macht ja nicht nur am Welttag des Buches Freude :-).

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Strummi-Tierchen II

Die Kombinatorik war bisher ein Stiefkind in meinem Unterricht. Das ändert sich gerade. Begonnen habe ich jetzt bei meinen Zweitklässlern mit den LEGO-Figuren, die unter dem Namen Strummi-Tierchen in verschiedenen Blogs und Materialien zu finden sind. (Weiß jemand, woher dieser Name stammt?)

Wenn man eine Suchmaschine mit dem Begriff füttert, findet man mehrere Websites und Dateien, die sich mit diesen Tierchen beschäftigen. Am schönsten präsentiert aber Frau Locke, die ich dort schon einmal genannt habe, diese „Strummis“. Frau Locke hat auch sehr schöne Arbeitsblätter für Dreier- und Vierer-Strummis erstellt, die man sich bei ihr herunterladen darf.

Ich habe mich nun entschieden, diese Blätter nicht einzusetzen. Statt dessen haben meine Schülerlein ihre Lösungen in ihre Hefte gezeichnet. So entstanden sehr individuelle zeichnerische Lösungen. Einige haben die LEGO-Figuren aufgelegt, mit dem Stift umfahren und dann mit den Farbkombinationen gestaltet; andere haben sich an den Kästchen orientiert. Viele Strummi-Familien bekamen Gesichter, einige bekamen Namen oder ein Haus.

Die Schüler waren sehr intensiv bei der Sache und arbeiteten in den freien Stunden daran weiter – sie wollten Familien mit anderen Farben gestalten oder sie versuchten alle Kombinationen für Vierer-Strummis zu finden.

Besonders schön fand ich, dass meine Zweitklässler, die in einer Teilungsstunde diese Tierchen kennengelernt hatten, den Erstklässlern im gemeinsamen Unterricht genau erklärten, was sie da taten und dann auch gemeinsam mit den „Kleinen“ neue Strummi-Familien ausprobierten und zeichneten.

Das war eine schöne und intensive Lernsequenz in der ich weitestgehend überflüssig war.
🙂

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strummi-tierchen strummi-tierchen

Fördern und fordern

„Wie fördern wir Kinder, denen das Lernen schwer fällt?“ Diese Frage war viele Jahre ein Schwerpunkt in meiner Arbeit. „Die „Guten“, die kommen schon klar!“ so dachte ich und gehörte damit selbst in die förderbedürftige Gruppe. Inzwischen habe ich diesen Rückstand etwas aufgeholt.

Ich habe gelernt, meinen Blick für Kinder mit Entwicklungsvorsprung oder mit besonderer Begabung zu öffnen und ihnen anregende und fordernde Angebote bereitzustellen. Dadurch können diese Kinder nach 1 oder 1 1/2 Schulbesuchsjahren in die 3. Klasse wechseln oder sich innerhalb der Regelzeit von 2 Jahren mit Lernangeboten befassen, die ihrer besonderen Interessenlage entsprechen.

Bei Gesprächen mit Kollegen und auch mit Eltern wird dies oft nicht als erstrebenswert angesehen: „Dann ist mein Kinder in der 10. Klasse 14 und darf sich noch gar nicht für eine Ausbildung bewerben.“, „Wenn er jetzt vorzeitig in die 3. Klasse wechselt und die Leistungen dann später irgendwann absinken, können wir ihm das Jahr nicht zurückgeben.“, „Dann fehlt mir ja meine Leistungsspitze, wenn ich die guten Schüler so stark fördere, dass sie ein Jahr überspringen können.“, „Der kann ja noch nicht einmal sauber schreiben und etwas langsam ist er auch noch, da nützt die ganze Klugheit nichts.“ …….

Es fällt mir zugegebener Maßen oft schwer, überzeugende sachliche Argumente anzubringen. Mein Hauptargument ist, dass den Kindern die Lernlust erhalten bleibt, wenn sie nach ihrem eigenen Tempo und auch nach ihren speziellen Interessen lernen dürfen.

Wie öde ist es doch, ewig den gleichen Lernbrei konsumieren zu müssen, weil sich der Lehrer an den langsamsten Lernern orientiert. Selbst das Lerntempo des Mittelfeldes bremst den Wissensdurst der begabteren Kinder.

Im Augenblick ist es in meiner Klasse so, dass das schnellste Kind zum 2. Halbjahr in die 3. Klasse gewechselt ist und dort bisher wunderbar zurechtkommt. Ein Kind, das besonders Mathematik-vernarrt ist, hat die Lerninhalte der 2. Klasse „durchgearbeitet“ und beschäftigt sich zur Zeit mit verschiedensten Knobelangeboten.

Nun stecke ich in der Zwickmühle: Lasse ich dieses Kind jetzt schon im Tausenderraum rechnen? Dann hat er bis zum Schuljahresende die Hälfte der Lerninhalte der 3. Klasse für sich erobert und es wird für ihn im kommenden Schuljahr schwierig langweilig.
„Das kann er ruhig noch einmal mitmachen. Das schadet ihm nichts.“ So oder ähnlich werde ich diesen Satz dann von der Kollegin hören, die die Kinder ab Klasse 3 übernimmt.

Nun habe ich mich vorübergehend aus dieser Zwickmühle befreien können. Ich habe dem Kind gezeigt, dass er mit seinen Kenntnissen der Malfolgen auch große Zahlen multiplizieren kann, wenn er das Montessori-Multiplikationsbrett nutzt. So kann er im Tausenderraum und darüber hinaus rechnen, ohne dass ich das halbschriftliche und das schriftliche Verfahren der Multiplikation für ihn erklärt hätte.

Aber das Schuljahr ist noch lang. Wie soll es mit meinem Mathe-As weitergehen?

Was macht ihr mit euren besonders begabten Kindern, mit Fachspezialisten und Alleskönnern?

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Das wunderschöne Multiplikationsbrett hat mir übrigens meine liebe Schwester genäht. Das Teil ist so viel toller, als das Originalmaterial aus Holz.

Hinterher ist man immer schlauer!

Vor 2 Jahren wünschte ich mir ein Jahresabo von „Das Magazin“ und bekam es zu Weihnachten geschenkt. Nun bin ich seit über 2 Jahren Abonnentin dieser Zeitschrift und genieße monatlich jede Seite davon. Durch „Das Magazin“ bin ich auf Bücher und CDs aufmerksam geworden, die meiner Aufmerksamkeit ohne diese Zeitschrift sehr wahrscheinlich entgangen wären.

Auf der Buchmesse in Leipzig wurde „Das Magazin“ an einem kleinen Stand präsentiert. Es wurden alte Hefte verkauft und neue Abonnenten geworben. Ich nutzte die Gelegenheit und habe ein Geschenkabo bestellt. Das aktuelle Heft und die Geschenk-Urkunde konnte ich gleich mitnehmen, um sie dem neuen Leser persönlich zum Geburtstag zu überreichen.

Am Stand war der Verleger anwesend. Er ist ein sehr offener und sympatischer Mensch, mit dem wir unbefangen ins Gespräch gekommen sind. Ich bin ja gespannt, ob es demnächst eine Badewannenausgabe gibt.
Eine Lesung von Kolumnist Stefan Schwarz konnten wir leider nicht besuchen. Beim nächsten Mal planen wir das besser!

Wer an einer unterhaltsamen Mischung aus Journalismus und Literatur interessiert ist, wer Prominentenporträts, Alltagssatiren, Reportagen, Erzählungen, Fotoessays und Illustrationen schätzt, sollte evtl. sich oder einen lieben Menschen mit einem Jahresabo beschenken. (Auf der Website gibt es Leseproben.)

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Buchmesse Leipzig

Da ich in diesem Jahr nicht zur Didacta fahren kann, habe ich mir als kleinen Trost die Buchmesse in Leipzig ausgesucht. In Halle 2 präsentierte sich ein Teil der Schulbuchverlage. Dort habe ich mir unter anderem das Mathematikbuch angesehen, das vorgestern als Schulbuch des Jahres 2014 ausgezeichnet worden ist. Sehr interessant fand ich auch eine Mathekartei, die ich fast gekauft hätte, von der ich jetzt erst im Nachhinein lese, dass sie im Bereich Zusatzmaterialien den Schulbuchpreis erhielt.

Beim ausgezeichneten Mathebuch für Klasse 1 gefiel es mir nicht, dass es sich um zwei sogenannte Arbeitshefte in Buchstärke handelt. Der Preis für diese Verbrauchsmaterialien übersteigt den zu zahlenden Elternanteil in Brandenburg. Somit ist dieses Werk nur nutzbar, wenn alle Eltern mit dem höheren Betrag einverstanden sind. … und dann haben wir uns noch keine Gedanken über ein Deutscharbeitsheft gemacht. 🙁

Die Bücher und zugehörigen Arbeitshefte für Klasse 2 bis 4 gefallen mir besser, weil das Buch als Leihexemplar von der Schule ausgegeben werden kann und somit nur ein normales Arbeitsheft vom Elternanteil bezahlt werden muss.
Falls ihr gerade mit eurem Mathelehrwerk unzufrieden seid, lohnt es sich „eins, zwei, drei“ anzusehen. Wer ein Freund von Differenzierungsblöcken ist, findet einen solchen als Zusatzmaterial. Wer lieber mit Karteikarten arbeitet, findet leider keine (nur als Lehrerhandreichung). Die üblichen Kopiervorlagen gibt es auch noch.

Damit ich nicht den ganzen Tag durch die Hallen laufe, habe ich noch an der Vorstellung des neuen Bücherwurm-Materials teilgenommen. Obwohl ich nicht mit einer Fibel arbeite, informiere ich mich doch immer wieder mal, welchen „Stein des Weisen“ die Verlage für den Lese- und Schreiblernprozess entwickeln. Mir scheint, dass die Tendenz jetzt flächendeckend dahingeht, das silbenbasierte Lesenlernen und die Arbeit mit einer Anlauttafel zu kombinieren. Das muss ich sinnvoll finden, schließlich mach ich das auch so 😉
Die Notwendigkeit eines Fibel-Buches erschließt sich mir aber nicht mehr – auch nicht, wenn es mit einem tollen Plüschbücherwurm oder einer Katzenhandpuppe oder mit anderem Getier daherkommt.
Das neue Schreibschriftheft zum Bücherwurm erinnert mich übrigens stark an das Selbstlernheft vom Jandorf-Verlag. Das zuletzt genannte Heft ist aber umfangreicher und enthält mehr Übungen in denen auch gelesen werden muss.

Besonders angepriesen wurde das eigentliche Arbeitsheft zum Bücherwurm, das es einmal in Druckschrift gibt und zusätzlich als Version von-der Druckschrift-zur-Schreibschrift. Ich finde das problematisch, weil nicht jedes Kind nach einem halben Schuljahr in der Lage ist, hinreichend zu lesen und Druckschrift zu schreiben und so mit einer verbundenen Schrift überfordert wird.

Deshalb bevorzuge ich Materialien mit Minimalforderung für alle Kinder und gebe denen, die mehr können andere Materialien. Im vergangenen Schuljahr haben 3 Kinder innerhalb von 4 Wochen die Schreibschrift völlig ohne vorgedrucktes Heft gelernt. Solche Kinder brauchen das „Mischheft“ also nicht. Zusätzlich habe ich drei Kinder, die nach 1 1/2 Schuljahren kaum in der Lage sind, die Buchstaben zu verbinden. Diese Kinder hätten mit dem von-der-Druckschrift-zur-Schreibschrift-Heft nach dem ersten Schulhalbjahr nicht mehr weiterarbeiten können.

In der Bücherwurm-Materialübersicht für Brandenburg fehlt dieses Heft, vermutlich weil es nicht zu unserem Rahmenlehrplan passt, der vorschreibt: „Druckschrift und Schreibschrift werden nacheinander eingeführt. … Die Schreibschrift wird erst eingeführt, wenn die Schülerinnen und Schüler die meisten Buchstaben kennen, die Druckschrift sicher lesen können und ihre feinmotorischen Fertigkeiten entsprechend weit entwickelt sind.“

Was mir sehr gefallen hat, ist die Arbeitsmappe zum Lehrwerk. Darin sind viele Materialien für die Hand des Schülers enthalten, die ich in ähnlicher Form in meinen Freiarbeitsmaterialien anbiete. Schön ist auch die Wörterkartei. Solche Materialien findet man beim Zaubereinmaleins und in anderen Materialblogs zum Download. Für Fans von zusammenhängenden Lehrwerken ist diese Arbeitsmappe aber ein großartiges Material.

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Viele Grüße an Ines, mit der ich nach der Veranstaltung ins Gespräch gekommen bin. 🙂

5 Jahre

Fast hätte ich ihn verpasst, meinen 5. Blog-Geburtstag.

Nur durch die Blog-Parade und die Lehrerblogliste im ZUM-Wiki habe ich etwas Nabelschau betrieben und mich mit dem Geburtsdatum meiner Drachenburg beschäftigt und festgestellt, dass ich hier schon seit 5 Jahren schreibe. Ursprünglich war die Drachenburg nur ein Test – Wie geht das überhaupt mit dem Bloggen? Kann man das auch mit Schülern machen? Wofür ist das gut?

Ich habe viel gelernt – beim eigenen Schreiben und beim Bloggen mit Schülern; ich habe es für gut befunden und trotz gelegentlicher Flaute nicht aufgehört. Manchmal lese ich meine eigenen Artikel, erinnere mich an schöne Begebenheiten, freue mich an anregenden Kommentaren und greife Ideen auf, die ich in Artikeln festgehalten habe.

Mein erster Header sah übrigens so aus:

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Geldgeschenke

Die Deutsche Bundesbank verschenkt Geld – Rechengeld für Schüler. Ich habe mir einen Klassensatz der Hefte mit Geldmünzen und -scheinen bestellt, nachdem ich den Tipp von Kerstin Breuer in der Materialwiese gelesen hatte.

Die Geldsendung kam sehr schnell, sodass ich Zeit hatte mit dem Basteln von Geldbörsen herumzuprobieren. Ein Portemonnaie aus einem A4-Blatt ist zu klein für das viele Geld. Die A3-Version passt gut. So können meine Zwerge morgen Geldtaschen basteln; Münzen und Geldscheine zählen. In den nächsten Mathestunden wird fleißig damit gerechnet werden.

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