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FLEX und so

Lesespuren zum Nikolaus

Vergangene Woche veröffentlichte Valessa Scheufler bei Matobe ein Lesespurgeschichten-Material zum Advent. Neugierig sah ich mir die Probeseiten an und entschloss mich dann zum Kauf.

Nun habe ich mir das Material so vorbereitet, dass ich das Lesespurbild im Posterdruck schön groß gemacht und alle Lesetexte in Briefumschläge gelegt habe. Zusätzlich habe ich einige Bildelemente ausgedruckt und laminiert. (Achtung: Diese Einzelbilder von Kate Hadfield sind nicht in der Datei von Valessa enthalten.)

Am Nikolaustag werde ich die Materialien im Klassenraum verteilen und die Kinder gemeinsam auf Lesespur schicken. Da ich in der ausgewählten Stunde nur eine halbe Klasse habe, ist das gut machbar.

Am Schluss bekommen die Kinder eine kleine Überraschung, so wie es in der Lesespurgeschichte versprochen wird. Ich freue mich drauf.

Diese gemeinsame Aktion dient nicht nur als Nikolaus-Aktion, sondern soll den Kindern auch zeigen, wie die Lesespurgeschichten funktionieren, die demnächst im Arbeitsregal liegen werden.

„Im Land der Sprache“

So heißt mein diesjähriges Lieblingsbuch. Ich wurde darauf über eine liebe Freundin aufmerksam, die das Buch schon seit einiger Zeit nutzt. Der Untertitel „Spannende Wortartengeschichten“ sagt schon, worum es geht und verspricht damit nicht zu viel.

Auf eine wunderbare Weise bringen die Geschichten den Kindern die verschiedenen Wortarten näher. Diese abstrakten Gebilde unserer Sprachtheorie begegnen den Kindern in verschiedenen Episoden auf eine besonders schöne und emotionale Weise, ohne dass die „Spielerchen“zu sehr vom Wesentlichen ablenken.

Vor 4 Jahren nutzte ich schon „Das Märchen vom Land der Wortarten“, das in der Ursprungsform von Maria Montessori stammt. Die Version von Franziska Püller gefällt mir inzwischen um Längen besser. Die Wortarten werden nicht alle auf einmal eingeführt und es gibt schöne Anregungen zur weiteren Arbeit.

2013 habe ich mir recht primitive Figuren aus vorhandenen Materialien zusammengebastelt und mir immer wieder vorgenommen, die schönen dreidimensionalen Wortartensymbole aus Holz zu kaufen. Bisher tat ich es nicht und nutze daher immer wieder die Eigenkreationen von 2013. Dabei stelle ich fest, dass die Kinder sie mögen und ich sie in ihrer Unvollkommenheit auch lieb gewonnen habe.

 

Zahl des Tages #2

Die Zahl des Tages wurde inzwischen mehrmals freudig von den meisten Kindern angenommen. Dabei zeigte sich, dass es einige „Lieblingsaufgaben“ gibt und die künstlerische Zusatzaufgabe dazu gehört. Einige Kinder liegen mit sich selbst im Wettstreit, ganz besonders lange Aufgaben mit möglichst vielen Summanden und möglichst große Zahlen zu finden und aufzuschreiben.  Heute war die Zahl 8 an der Reihe. Einer meiner Erstklässler schrieb unter anderem diese Aufgabe: 0+0+0+0+0+0+0+0+0+8+2+1+0+0+0+=11. Ganz schön raffiniert!

Vor Ostern versuchte ich in zwei Wochen, die Aufgaben als Zahl der Woche zu etablieren. Die Kinder fanden es am jeweiligen Wochenstart prima, vergaßen dann aber meist über ihren anderen Aufgaben, dass es diese spannende Sache auch noch gibt. Deshalb bin ich wieder zur Zahl des Tages zurückgekehrt.

Damit ich die Aufgaben nicht immer wieder an die Tafel schreiben muss, habe ich aus einem ausgemusterten Imbiss-Werbeträger einen wandelbaren Tafel-Anhänger gemacht.  So fand das lange hier herumstehende Werbeteil endlich seinen Daseinszweck.

Die Ziffern habe ich aus verschiedenen farbigen Papieren geschnitten und die Vor- und Rückseite des Hängeteils mit einem hellen und einem dunklen Hintergrund gestaltet. Zwischen den beiden Hintergrundpapierbögen stecken die Ziffern zum Wechseln. Die Aufgaben an den Seiten sind vorn und hinten unterschiedlich, so kann ich nach Bedarf austauschen.  Meine derzeitigen Standardaufträge seht ihr auf dem Bild. Die 2. von unten lasse ich natürlich bei zweistelligen Zahlen weg und drehe die Karte einfach um.

 

Zahl des Tages

Auf der Suche nach offenen Aufgabenformen, die von Klasse 1 und 2 bewältigt werden können, fand ich zufällig dieses: today´s number is ..? .

Für meine Klasse habe ich die Idee folgendermaßen adaptiert:

Ich habe vier Aufträge mit verschiedenem Schwierigkeitsgrad erklärt und sie in Kurzform an die Tafel geschrieben. Nach Vorbereitung der Hefte hatten die Kinder 10 min Zeit, eine oder mehrere der Aufgaben zu bearbeiten. Es gab noch eine Zusatzaufgabe, falls jemand vor Ablauf der Zeit keine Idee mehr hatte: „Schreibe eine große Neun und gestalte sie künstlerisch oder witzig!“

Nach Ablauf der Zeit haben wir unsere Ergebnisse vorgestellt.

Die Kinder waren in großer Anzahl von Anfang an motiviert und einige konnten es kaum erwarten, dass die 10 min begannen. Sie durften dann auch eher beginnen … schließlich möchte ich die Kinder nicht an der Arbeit hindern. 😉 Die angesetzte Arbeitszeit war dann für alle völlig ausreichend. Einige Kinder hielten es kaum aus abzuwarten, bis sie ihre Zahlen und Rechnungen präsentieren konnten.

Ich werde die „Zahl des Tages“ nun einmal wöchentlich anbieten und sie bald zur „Zahl der Woche“ umfunktionieren. Bis dahin habe ich hoffentlich noch zusätzliche Aufgaben gefunden, sodass die Kinder sich in den offenen Arbeitsphasen noch vielfältiger mit der Zahl auseinandersetzen können. Diese Aufträge sollen, auch in Abhängigkeit von der gewählten Zahl, teilweise ausgetauscht werden, sodass nicht immer das gleiche gefordert wird.

Ideen für Aufgaben zur Auseinandersetzung mit Zahlen im Bereich 0 bis 20 / bzw. 0 bis 100 nehme ich gerne entgegen.

Schreibe die Zahl als Wort!
Verdopple die Zahl!
Halbiere die Zahl!
Finde ihren Partner und ergänze zur 10 (20, 100)!
Finde Wörter mit … Buchstaben!
Lege ein Muster mit …. Muggelsteinen und male es auf! (Wahlweise: Lass es fotografieren!)
Addiere den Vorgänger und den Nachfolger deiner Zahl! (Ein anschließender Vergleich mit dem Doppelten der Zahl bietet sich hier an.)
Rechne deine Lieblingszahl dazu!
Ziehe deine Lieblingszahl ab!

Ergänzung von Gabi:
Schreibe oder zeichne eine Rechengeschichte/Textaufgabe mit der Zahl!
Finde Nachbarzehner, -hunderter, -tausender!
Zahlenfolgen mit der Zahl (vorwärts und rückwärts)
Zahlenmauern mit der Zahl
Rechendreiecke mit der Zahl
magische Quadrate mit der Zahl
Zahlenhäuser mit der Zahl (Zerlegung)

Anlautkiste

In meinem sogenannten Arbeitszimmer, das eigentlich eher ein Arbeitsmaterialien-Aufbewahrungszimmer ist, gibt es viele UVOs. Eines dieser lange geplanten aber bisher unvollendeten Objekte ist eine Anlautkiste. Ein kurzes Graben in verschiedenen Kästen und Schüben brachte zu fast jedem Buchstaben eine kleine Figur hervor. Außerdem fand ich selbstklebende Buchstaben aus glitzerndem Moosgummi, die ich gleich in die Fächer einer Sortierbox klebte.
Nun fehlt mir nur noch eine kleine Sonne. (Liebe Familie lest ihr das? Hat einer von euch Streudeko mit Sonnen?) Für Qu, X und Y werde ich kleine Bildkarten anfertigen, da es ziemlich schwierig sein wird, passende Miniaturen dafür aufzutreiben.

anlautkiste

Wie setzt ihr solche Kiste ein? Figuren aus den Fächern nehmen und wieder einsortieren, ist klar. Ich denke, dass ich zusätzlich Wortkärtchen anbiete, die den herausgenommenen Figuren zugeordnet werden können. Was geht noch?

 Update:

Vielen Dank an Katharina für die Ideen.

Vielen Dank auch an alle, die Vorschläge für die fehlenden Miniaturen gemacht haben.

Das S hat jetzt eine Seerobbe; das Qu ein Quadrat – ich habe aber auch supersüße gehäkelte Miniquallen im Internet gefunden … und auch welche aus Kunststoff (5 Stück für ca. 6€ inklusive Versand).

Fürs X klebe ich in den nächsten Tagen aus Hölzchen ein Xylophon und evtl. finde ich jemanden, der mit der Säge gut umgehen kann und mir ein Yak aus Holz ausschneidet.

Wortbildung II

Da nachgefragt wurde:

Ich habe letztendlich indidis Anregung aufgegriffen und ohne großes Brimborium die Vorsilben links und die Nachsilben rechts an der Filzkante untereinander angeordnet. Für die Kinder war das schlüssig und sie haben prima damit arbeiten können.

Damit die Kinder selbständig ordnen können, habe ich die Vor- und Nachsilben in verschiedenen Farbtönen ausgedruckt.

wortstammbaum

Es funktioniert natürlich auch ohne Baum, wenn mehrere Kinder an diesem Thema arbeiten.

wortbausteine

 

Wortbildung erforschen

Beim Thema Wortbildung kommt man am Begriff Wortstamm kaum vorbei. Aus diesem Grund zeichne ich gern einen Baum an die Tafel in dessen Stamm ich den Grundbaustein einer Wortfamilie schreibe – eben den Wortstamm. Im Bereich von Baumkrone und Wurzeln notiere ich Vor- und Nachsilben, Endungen und Präpositionen, die häufig zur Wortbildung genutzt werden.
Mit diesem Angebot an Wortbausteinen können die Kinder also Wörter bilden. Bei der Tafelarbeit bin ich diejenige, die das Ganze leitet und anleitet.

In diesem Jahr habe ich das Vorgehen verändert und in 2 Etappen mit den Kindern thematisiert. Dabei habe ich eine gemeinsame Einführung mit den Kindern gemacht und sie anschließend mit Partnern an der Wortbildung forschen lassen.

Zuerst habe ich den Wortstamm freund und ungeordnete Wortbausteine auf Papier angeboten und mit den Kindern ausprobiert, was man damit machen kann. Das war sowohl für die Kinder, als auch für mich ganz spannend. Ganz besonders interessiert war ein Kind, das sonst eher wenig erfolgreich im Bereich Sprache lernt. Dieses Kerlchen war sowohl bei der einführenden Darbietung als auch in der Partnerarbeit lange Zeit konzentriert bei der Sache und fand viele Wörter.
Sehr spannend für mich war auch, wie die Kinder einige Wortschöpfungen erläuterten, wenn ich meinte, dass ich dieses Wort nicht kenne. Da gab es zum Beispiel die Schöpfung: mitbefreunden. Erklärt wurde mir, wenn zwei Kinder Freunde sind und da kommt noch einer dazu, dann ist er mitbefreundet. Logisch – oder?

wortbildung_01

Heute habe ich diese erste Arbeitserfahrung aufgegriffen und den Kindern das Ganze in einer anderen Form präsentiert, um ihnen den Begriff Wortstamm nahezubringen. Dazu habe ich die gleichen Wortbausteine in drei Schriftfarben ausgedruckt und auf einem Filzbild mit Baum präsentiert.
Die Kinder fanden es völlig einleuchtend, dass man die Bausteine durch die Farben gut sortieren kann und besser weiß, welche vorn und welche hinten am Grundbaustein angesetzt werden können. Und dass der Grundbaustein Wortstamm genannt wird, kann man sich bestimmt gut merken, wenn man ihn immer auf den Stamm des Baumes legt, meinte ein Mädchen.

Zum Ende der Einführung fieberten die Kinder schon danach, selbst Wörter bilden zu dürfen. Zwei Dreiergruppen durften mit je einem Baum arbeiten. Die anderen arbeiteten wieder mit der schlichten Version. Aber alle waren eifrig bei der Sache: schoben Wortbausteine, diskutierten darüber und schrieben ihre gefundenen Wörter auf .

wortbildung_02

Was ich beim Baum immer wieder als ungünstig ansehe ist folgendes: Wir lesen und schreiben unsere Wörter von links nach rechts und setzen also auch die kleinen Wortbestandteile links davor oder rechts dahinter. Der Baum ist leider vertikal ausgerichtet und so liegen die Vorsilben unten und die Nachsilben und Endungen oben. Das ist irgendwie doof. Aber die Kinder haben sich nicht beschwert 😉

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Schnappi lebt!

Meine Ersties beschäftigen sich gerade mit dem Vergleich von Mengen und Zahlen. Dafür nutze ich seit Jahren einen Schnappfisch, den ich speziell dafür gezeichnet habe.

In diesem Jahr habe ich erstmalig das Zaubermini „Das Krokodil frisst viel“ für meine Schülerlein vorbereitet und den Schnappfisch beurlaubt. Als Vertretung für ihn habe ich den Kopf eines Krokodils gezeichnet, das das Vergleichszeichen zwischen den Zähnen hält.

Beim Basteln fing es dann plötzlich an einem Tisch an:
„Schni Schna Schnappi, Schnappi Schnappi schnapp! …“

Nachdem ich gefühlte 50mal den Refrain gehört hatte, bat ich die Kinder damit aufzuhören oder auch eine Strophe zu singen. Da zwei meiner Zwerge es tatsächlich schafften, die erste Strophe aus ihrem Gedächtnis zu kramen, durften alle Kinder diese Strophe dreimal singen. Nun reichts mir erst mal. Ich vermute aber, das wir das morgen wieder singen müssen wollen.
(Den Text habe ich mir vorsorglich ausgedruckt.) 😉

Strummi-Tierchen II

Die Kombinatorik war bisher ein Stiefkind in meinem Unterricht. Das ändert sich gerade. Begonnen habe ich jetzt bei meinen Zweitklässlern mit den LEGO-Figuren, die unter dem Namen Strummi-Tierchen in verschiedenen Blogs und Materialien zu finden sind. (Weiß jemand, woher dieser Name stammt?)

Wenn man eine Suchmaschine mit dem Begriff füttert, findet man mehrere Websites und Dateien, die sich mit diesen Tierchen beschäftigen. Am schönsten präsentiert aber Frau Locke, die ich dort schon einmal genannt habe, diese „Strummis“. Frau Locke hat auch sehr schöne Arbeitsblätter für Dreier- und Vierer-Strummis erstellt, die man sich bei ihr herunterladen darf.

Ich habe mich nun entschieden, diese Blätter nicht einzusetzen. Statt dessen haben meine Schülerlein ihre Lösungen in ihre Hefte gezeichnet. So entstanden sehr individuelle zeichnerische Lösungen. Einige haben die LEGO-Figuren aufgelegt, mit dem Stift umfahren und dann mit den Farbkombinationen gestaltet; andere haben sich an den Kästchen orientiert. Viele Strummi-Familien bekamen Gesichter, einige bekamen Namen oder ein Haus.

Die Schüler waren sehr intensiv bei der Sache und arbeiteten in den freien Stunden daran weiter – sie wollten Familien mit anderen Farben gestalten oder sie versuchten alle Kombinationen für Vierer-Strummis zu finden.

Besonders schön fand ich, dass meine Zweitklässler, die in einer Teilungsstunde diese Tierchen kennengelernt hatten, den Erstklässlern im gemeinsamen Unterricht genau erklärten, was sie da taten und dann auch gemeinsam mit den „Kleinen“ neue Strummi-Familien ausprobierten und zeichneten.

Das war eine schöne und intensive Lernsequenz in der ich weitestgehend überflüssig war.
🙂

strummi-tierchen strummi-tierchen
strummi-tierchen strummi-tierchen

Fördern und fordern

„Wie fördern wir Kinder, denen das Lernen schwer fällt?“ Diese Frage war viele Jahre ein Schwerpunkt in meiner Arbeit. „Die „Guten“, die kommen schon klar!“ so dachte ich und gehörte damit selbst in die förderbedürftige Gruppe. Inzwischen habe ich diesen Rückstand etwas aufgeholt.

Ich habe gelernt, meinen Blick für Kinder mit Entwicklungsvorsprung oder mit besonderer Begabung zu öffnen und ihnen anregende und fordernde Angebote bereitzustellen. Dadurch können diese Kinder nach 1 oder 1 1/2 Schulbesuchsjahren in die 3. Klasse wechseln oder sich innerhalb der Regelzeit von 2 Jahren mit Lernangeboten befassen, die ihrer besonderen Interessenlage entsprechen.

Bei Gesprächen mit Kollegen und auch mit Eltern wird dies oft nicht als erstrebenswert angesehen: „Dann ist mein Kinder in der 10. Klasse 14 und darf sich noch gar nicht für eine Ausbildung bewerben.“, „Wenn er jetzt vorzeitig in die 3. Klasse wechselt und die Leistungen dann später irgendwann absinken, können wir ihm das Jahr nicht zurückgeben.“, „Dann fehlt mir ja meine Leistungsspitze, wenn ich die guten Schüler so stark fördere, dass sie ein Jahr überspringen können.“, „Der kann ja noch nicht einmal sauber schreiben und etwas langsam ist er auch noch, da nützt die ganze Klugheit nichts.“ …….

Es fällt mir zugegebener Maßen oft schwer, überzeugende sachliche Argumente anzubringen. Mein Hauptargument ist, dass den Kindern die Lernlust erhalten bleibt, wenn sie nach ihrem eigenen Tempo und auch nach ihren speziellen Interessen lernen dürfen.

Wie öde ist es doch, ewig den gleichen Lernbrei konsumieren zu müssen, weil sich der Lehrer an den langsamsten Lernern orientiert. Selbst das Lerntempo des Mittelfeldes bremst den Wissensdurst der begabteren Kinder.

Im Augenblick ist es in meiner Klasse so, dass das schnellste Kind zum 2. Halbjahr in die 3. Klasse gewechselt ist und dort bisher wunderbar zurechtkommt. Ein Kind, das besonders Mathematik-vernarrt ist, hat die Lerninhalte der 2. Klasse „durchgearbeitet“ und beschäftigt sich zur Zeit mit verschiedensten Knobelangeboten.

Nun stecke ich in der Zwickmühle: Lasse ich dieses Kind jetzt schon im Tausenderraum rechnen? Dann hat er bis zum Schuljahresende die Hälfte der Lerninhalte der 3. Klasse für sich erobert und es wird für ihn im kommenden Schuljahr schwierig langweilig.
„Das kann er ruhig noch einmal mitmachen. Das schadet ihm nichts.“ So oder ähnlich werde ich diesen Satz dann von der Kollegin hören, die die Kinder ab Klasse 3 übernimmt.

Nun habe ich mich vorübergehend aus dieser Zwickmühle befreien können. Ich habe dem Kind gezeigt, dass er mit seinen Kenntnissen der Malfolgen auch große Zahlen multiplizieren kann, wenn er das Montessori-Multiplikationsbrett nutzt. So kann er im Tausenderraum und darüber hinaus rechnen, ohne dass ich das halbschriftliche und das schriftliche Verfahren der Multiplikation für ihn erklärt hätte.

Aber das Schuljahr ist noch lang. Wie soll es mit meinem Mathe-As weitergehen?

Was macht ihr mit euren besonders begabten Kindern, mit Fachspezialisten und Alleskönnern?

Das wunderschöne Multiplikationsbrett hat mir übrigens meine liebe Schwester genäht. Das Teil ist so viel toller, als das Originalmaterial aus Holz.

Buchmesse Leipzig

Da ich in diesem Jahr nicht zur Didacta fahren kann, habe ich mir als kleinen Trost die Buchmesse in Leipzig ausgesucht. In Halle 2 präsentierte sich ein Teil der Schulbuchverlage. Dort habe ich mir unter anderem das Mathematikbuch angesehen, das vorgestern als Schulbuch des Jahres 2014 ausgezeichnet worden ist. Sehr interessant fand ich auch eine Mathekartei, die ich fast gekauft hätte, von der ich jetzt erst im Nachhinein lese, dass sie im Bereich Zusatzmaterialien den Schulbuchpreis erhielt.

Beim ausgezeichneten Mathebuch für Klasse 1 gefiel es mir nicht, dass es sich um zwei sogenannte Arbeitshefte in Buchstärke handelt. Der Preis für diese Verbrauchsmaterialien übersteigt den zu zahlenden Elternanteil in Brandenburg. Somit ist dieses Werk nur nutzbar, wenn alle Eltern mit dem höheren Betrag einverstanden sind. … und dann haben wir uns noch keine Gedanken über ein Deutscharbeitsheft gemacht. 🙁

Die Bücher und zugehörigen Arbeitshefte für Klasse 2 bis 4 gefallen mir besser, weil das Buch als Leihexemplar von der Schule ausgegeben werden kann und somit nur ein normales Arbeitsheft vom Elternanteil bezahlt werden muss.
Falls ihr gerade mit eurem Mathelehrwerk unzufrieden seid, lohnt es sich „eins, zwei, drei“ anzusehen. Wer ein Freund von Differenzierungsblöcken ist, findet einen solchen als Zusatzmaterial. Wer lieber mit Karteikarten arbeitet, findet leider keine (nur als Lehrerhandreichung). Die üblichen Kopiervorlagen gibt es auch noch.

Damit ich nicht den ganzen Tag durch die Hallen laufe, habe ich noch an der Vorstellung des neuen Bücherwurm-Materials teilgenommen. Obwohl ich nicht mit einer Fibel arbeite, informiere ich mich doch immer wieder mal, welchen „Stein des Weisen“ die Verlage für den Lese- und Schreiblernprozess entwickeln. Mir scheint, dass die Tendenz jetzt flächendeckend dahingeht, das silbenbasierte Lesenlernen und die Arbeit mit einer Anlauttafel zu kombinieren. Das muss ich sinnvoll finden, schließlich mach ich das auch so 😉
Die Notwendigkeit eines Fibel-Buches erschließt sich mir aber nicht mehr – auch nicht, wenn es mit einem tollen Plüschbücherwurm oder einer Katzenhandpuppe oder mit anderem Getier daherkommt.
Das neue Schreibschriftheft zum Bücherwurm erinnert mich übrigens stark an das Selbstlernheft vom Jandorf-Verlag. Das zuletzt genannte Heft ist aber umfangreicher und enthält mehr Übungen in denen auch gelesen werden muss.

Besonders angepriesen wurde das eigentliche Arbeitsheft zum Bücherwurm, das es einmal in Druckschrift gibt und zusätzlich als Version von-der Druckschrift-zur-Schreibschrift. Ich finde das problematisch, weil nicht jedes Kind nach einem halben Schuljahr in der Lage ist, hinreichend zu lesen und Druckschrift zu schreiben und so mit einer verbundenen Schrift überfordert wird.

Deshalb bevorzuge ich Materialien mit Minimalforderung für alle Kinder und gebe denen, die mehr können andere Materialien. Im vergangenen Schuljahr haben 3 Kinder innerhalb von 4 Wochen die Schreibschrift völlig ohne vorgedrucktes Heft gelernt. Solche Kinder brauchen das „Mischheft“ also nicht. Zusätzlich habe ich drei Kinder, die nach 1 1/2 Schuljahren kaum in der Lage sind, die Buchstaben zu verbinden. Diese Kinder hätten mit dem von-der-Druckschrift-zur-Schreibschrift-Heft nach dem ersten Schulhalbjahr nicht mehr weiterarbeiten können.

In der Bücherwurm-Materialübersicht für Brandenburg fehlt dieses Heft, vermutlich weil es nicht zu unserem Rahmenlehrplan passt, der vorschreibt: „Druckschrift und Schreibschrift werden nacheinander eingeführt. … Die Schreibschrift wird erst eingeführt, wenn die Schülerinnen und Schüler die meisten Buchstaben kennen, die Druckschrift sicher lesen können und ihre feinmotorischen Fertigkeiten entsprechend weit entwickelt sind.“

Was mir sehr gefallen hat, ist die Arbeitsmappe zum Lehrwerk. Darin sind viele Materialien für die Hand des Schülers enthalten, die ich in ähnlicher Form in meinen Freiarbeitsmaterialien anbiete. Schön ist auch die Wörterkartei. Solche Materialien findet man beim Zaubereinmaleins und in anderen Materialblogs zum Download. Für Fans von zusammenhängenden Lehrwerken ist diese Arbeitsmappe aber ein großartiges Material.

Viele Grüße an Ines, mit der ich nach der Veranstaltung ins Gespräch gekommen bin. 🙂

Geldgeschenke

Die Deutsche Bundesbank verschenkt Geld – Rechengeld für Schüler. Ich habe mir einen Klassensatz der Hefte mit Geldmünzen und -scheinen bestellt, nachdem ich den Tipp von Kerstin Breuer in der Materialwiese gelesen hatte.

Die Geldsendung kam sehr schnell, sodass ich Zeit hatte mit dem Basteln von Geldbörsen herumzuprobieren. Ein Portemonnaie aus einem A4-Blatt ist zu klein für das viele Geld. Die A3-Version passt gut. So können meine Zwerge morgen Geldtaschen basteln; Münzen und Geldscheine zählen. In den nächsten Mathestunden wird fleißig damit gerechnet werden.

Strummi-Tierchen

In den letzten Wochen habe ich alles gespeichert, was mir zum Thema Kombinatorik  ins Blickfeld geriet. Als mir die Strummi-Tierchen das erste Mal über den Weg liefen, war klar, dass ich auch mit ihnen arbeiten will.

Wer sich dafür interessiert, braucht nur eine Suchmaschine seiner Wahl mit dem Begriff füttern und erhält einige Treffer mit ausführlichen Informationen. Man kann auch gleich zu Frau Locke gehen. Sie hat die Sache schön erklärt und mit Materialien unterfüttert.

Der Grund meines heutigen Postings ist aber folgender:

Meine liebste Schwester schickte mir einen Link zu einer Faltanleitung für LEGO-Schachteln. Die finde ich sehr gut als Anschauungsmaterial für die Strummi-Tierchen geeignet. In den Schachteln kann man dann gleich die Arbeits-Steine aufbewahren. Ist das nicht großartig? Ich werde mir gleich welche basteln.

Arbeit mit Waagen und Gewichten

Für meinen Mathematikunterricht habe ich vor Weihnachten verschiedene Waagen und Gewichtssätze gekauft. Nun wurden sie von meinen Drittklässlern intensiv genutzt um Schulsachen, blaue geometrische Körper und Lebensmittel zu wiegen und ausgewählte Auftragskarten aus der „Lernlandschaft Gewichte“ von Susanne Schäfer zu bearbeiten. Einige Karten habe ich zusätzlich angefertigt.

Mir war wichtig, dass die Kinder sich mit analogen und digitalen Waagen auseinandersetzen und auch mit Hilfe von Gewichtssätzen verschiedene Dinge auswiegen. Bei den analogen Waagen war es spannend zu sehen, wie die Kinder mit den verschiedenen Einteilungen der Skalen zurechtkamen – oder manchmal auch nicht.

Während der recht freien Arbeit beobachtete ich Ablese- und andere Fehler, die ich nicht immer ansprach und berichtigen ließ. Erst nach Abschluss der recht selbstbestimmten Phase besprach ich einige Aufgaben mit der Klasse insgesamt. Wo sind Fehler erkennbar? Wie konnten sie geschehen? Wie müsste man es besser machen? …

Ein Schwerpunkt lag nicht auf dem Wiegen und Messen, sondern auf der Gestaltung eines Themenhefters (Lernportfolio). Da die Kinder solch einen Hefter noch nicht allein gestaltet hatten, fiel es ihnen schwer, die Hinweise zu beachten und umzusetzen. Deshalb sammelte ich nach den ersten Stunden die Hefter ein und gab ihnen mit einem ausführlichen Bewertungsbogen eine Rückmeldung, welche Punkte schon gut gelungen sind und worauf noch zu achten ist. Damit erhielten auch die Eltern einen Einblick in die Bewertungskriterien.

Von da an dokumentierten sie ihre Arbeit viel ausführlicher, sodass ich die Hefter am Schluss ohne „Bauchschmerzen“ bewerten konnte.