Gesprächsführung mit Kindern

Im Rahmen der Fortbildungsreihe „Kooperation Kita und Grundschule“ ging es heute um das Führen von Dialogen mit Kindern. Im Zentrum stand die Frage, welche Wirkung das Führen von Gesprächen auf die Entwicklung der Denkfähigkeit hat und daraus ableitend die Möglichkeiten, die wir in Kita und Schule finden können und müssen, um mit den Kindern in Gespräche zu kommen, die nicht der Beschreibung und Planung dienen und die sich nicht um aktuelle Befindlichkeiten drehen, sondern dazu anregen, über unsere Welt zu spekulieren.

Wenn ich in Klasse 5 und 6 von den Schülern erwarte, dass sie Ideen für Projekte entwickeln, dann werde ich enttäuscht werden, wenn ich meine Schüler in den Jahren zuvor „entmündigt“ habe, indem ich Unterrichts“gespräche“ organisiere, in denen, durch mehr oder weniger geschickte Lenkung, Fakten erarbeitet werden, die ich mir vorher überlegt habe und die „zum Stoff“ gehören. Was wir vermutlich viel zu oft tun, ist  Antworten anzubieten und mit Bildern und Texten zu untermauern, die sich zum großen Teil auf Fragen beziehen, die wir selbst gestellt haben.

Kreatives „Spinnen“ – „Was wäre wenn?“-Überlegungen –  Anregungen geben, über Dinge nachzudenken, das ist das, was mündige, denkende Menschen hervorbringen kann.

Was fang ich nun damit an? Wie komme ich mit meinen Zwergen in solch einen Dialog? Kann ich das mit allen? Wann geht das am besten? Bin ich „fit“ genug im Führen solch produktiver Gespräche? —> Mal sehen, was die kommende Woche bringt.

Wer sich mit dieser Thematik beschäftigen mag, kann sich gern was aus den Tipps heraussuchen, die ich auf der Veranstaltung bekommen habe:

„Sag mir mal …“ Gesprächsführung mit Kindern (Martine F. Delfos)
„Das geheimnisvolle Wesen“ + Handbuch (Matthew Lipman)
„Zusammen nachdenken“ (Philip Cam)
„Nachdenken mit Kindern“ (Helmut Schreier)
„Gedankenspiele“ (Liza Haglund)
„Philosophieren mit Kindern“ (Ekkehard Martens)
„Sprache&Literacy: Sprachförderkompetenz: Selbst- und Teamqualifizierung für Erzieherinnen, Fachberatungen und Ausbilder“ (Lilian Fried)
… an Friedemann Schulz von Thun kommt man zum Thema Gesprächsführung sowieso nicht vorbei

2 Gedanken zu „Gesprächsführung mit Kindern

  1. Können Sie aus Ihrer Weiterbildung ein konkretes Beispiel hier anführen? Das wäre wunderbar, denn dann könnte man als Leser aktiv mit diskutieren. Aus diesem Wechselspiel, dann bestimmt auch neue Ideen hinzu.

    1. Hallo Herr Krebs,

      zuerst einmal vielen Dank für Ihren Kommentar, den ich leider erst gestern sah.
      Ich hab meine Drachenburg schon eine Weile nicht mehr besucht und betreut :-/
      Ihrer Bitte, ein Beispiel aus der Fortbildungsveranstaltung zu nennen, kann ich nicht nachkommen.
      Bei Durchsicht meiner Unterlagen, finde ich keine Notiz dazu. Ich habe aber ein Beispiel aus einer Pause. Dustin fragt mich, woraus Wolken sind. Darauf hätte ich ihm eine Antwort geben können. Frage + Antwort = Ende und vielleicht Wissenszuwachs

      Stattdessen habe ich Dustin gefragt, was er denke, woraus Wolken sind.
      Er antwortete, sie wären aus Wasser.
      Darauf habe ich ihn gefragt, wie das sein kann, dass das Wasser dort oben sein kann. Es wäre doch eigentlich flüssig und fließt auf den Boden …
      So habe ich Dustin dazu gebracht, das was er irgendwann schon erfahren hat mit eigenen Ideen und Spekulationen zu ergänzen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie es geht, dass Wolken aus Wasser sind.

      Solche Gespräche kann man nicht mit einer Klasse führen, nur in kleinen Gruppen oder mit einzelnen Kindern. Solche Gespräche müssen auch nicht mit Ergebnissen enden und wenn man zu einem Ergebnis kommt, muss dieses noch nicht in allen Punkten richten sein. Dustin hatte nach unserem kleinen Gespräch übrigens auch noch keine Vorstellung vom Wasserkreislauf.
      Er hatte aber ein Gespräch mit seiner Lehrerin, die ihm zuhörte und Denkanstöße gab und ihm damit zeigte, dass seine Gedanken wichtig sind. Vielleicht hat er das Thema zu Hause weiter verfolgt. Vielleicht spricht er mich aber auch noch einmal darauf an. …

      Wenn wir uns die Zeit nehmen und mit Kindern überlegen, WAS WÄRE WENN …..? oder WIE GLAUBST DU KANN DAS SEIN …..? statt ihnen fertige Antworten zu präsentieren, können wir es vielleicht erreichten, dass Kinder Spaß am Denken haben und dass sie darin beweglicher werden, statt sich die Gedanken der Erwachsenen zu merken und dieses dann wiederzukäuen.

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