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Grusel – nicht nur zu Halloween

Ich vermute mal, dass jeder so eine „Grusel“-Klasse hat. Meine GK habe ich in Kunst – zweimal die Woche. Wenn die erste dieser Stunden vorbei ist, fühl ich mich fast, wie freitags, wenn das Wochenende vor der Tür steht.

Gestern war mal wieder diese Stunde – Dienstag, 6. Stunde, Kunst, Klasse 5. Es ist ja nicht so, dass da nur ungezogene Kinder in der Gruppe wären, oder dass mir der Kunstunterricht keinen Spaß macht …. nee, so isses ja nicht.

Allerdings sind die Schülerlein nach 5 Stunden Unterricht miteinander und mit uns Lehrern so aufgedreht, dass ich mir regelmäßig wie ein Dompteur vorkomme, der versucht, einen Teil der Löwengruppe am Beißen zu hindern, während der Rest Kunststückchen machen soll.

Gestern war eine der schlimmsten Stunden im bisherigen Schuljahr. … Die Kinder kamen nach und nach in den Kunstraum und bereiteten mehr oder weniger ihre Materialien vor … Markus nicht. Markus mag keinen Kunstunterricht und auch sonst hat er arge Probleme mit Schule, Schülern, Lehrern und wahrscheinlich mit sich und dem Rest der Welt. Markus zeichnete bisher kaum etwas, malte nichts, schriebt nichts in seinen Hefter, ….

Zeit zum Gespräch, zum Motivieren, zum Helfen ist nicht, … DENN von den restlichen 24 kleinen Löwen ist da noch der Eine oder Andere mit ADHS, mit Unerzogenheit, mit Prinzensyndrom, mit *nicht_abwarten_können*, mit Egoismus pur, …. und von ihnen gibt es wiederum einzelne, die es super toll finden, Markus zu reizen.

Gestern hat das p_r_i_m_a geklappt. Markus war total von der Rolle.

Während ich die Peitsche schwang um zu verhindern, dass sich die Kiddies gegenseitig angreifen, habe ich mit dem Rest meiner Energie Streicheleinheiten und Hilfen an die Kleinen verteilt, die brav ihre Kunststückchen gemacht haben.

Nach 45min war ich durchgeschwitzt und ausgepowert, wie sonst nach 7 Stunden Unterricht nicht.

Nun ist mir wieder so, als wäre die Arbeitswoche geschafft 🙂 Alle anderen Stunden, auch die zweite Kunststunde mit der Truppe, sind dagegen okay bis toll. Braucht man solch eine Gruselstunde um die anderen Zeiten mehr beachten und genießen zu können?

Markus heißt natürlich nicht Markus, ist wohl klar


Knuddelige Katzen

Durch die längere Krankheit einer Kollegin kam ich nun wiederholt in den Genuss, Kunst in Klasse 1 und 2 unterrichten zu dürfen. Das Wort „Genuss“ habe ich nicht ironisch verwendet, sondern meine es tatsächlich so.

Die Kinder sind überzeugt, dass ihr Bild gut gelungen ist, auch wenn es ganz anders aussieht als das des Banknachbarn. Nur wenige haben schon den Glauben an ihre eigenen künstlerischen Fähigkeiten verloren. Wurde dieser Glaube manchmal schon im Keim erstickt, weil das Kind nicht so malte, wie die Erwachsenen meinen, dass es malen sollte?

Da sich in den zurückliegenden Wochen das Thema Haustiere durch unseren Unterricht zog, lag es nahe, dass wir dies auch im Kunstunterricht aufgreifen. Zuerst beschäftigten wir uns mit Andy Warhols „25 cats name(d) Sam and one blue pussy“. Meine Töchter erklärten mir aber vorher, dass ich den Begriff pussy durch kitty ersetzen solle, weil der erste Begriff für Kätzchen nicht mehr ganz „stubenrein“ zu verwenden sei. So ist die Welt. Früher nannten wir ganz harmlos unsere Stubentiger so – heute sollte man das Wort nach Möglichkeit nicht mehr verwenden.

Nunja, nachdem die Kleinen mit ein wenig Hilfe den langen englischen Titel übersetzt hatten, erschufen sie ihre eigene Katze aus Teilen einer Warholschen Katze, deren Originalform sie erst am Ende der Stunde zu sehen bekamen. Entsprechend interessant waren die „neuen“ Mietzekatzen – sitzend, lauernd, ruhend, gefleckt, gestreift, orange, grau, …

Eine weitere schöne Arbeit haben die Kinder dann in den nächsten zwei Kunststunden gemacht. Da ich mit den Erstklässlern gerade den Text von der Katze Kitti, zur Einführung des K, k, gelesen hatte, waren diese besonders motiviert. Die Zweitklässler waren aber genauso freudig bei der Sache, weil viele selbst eine Katze zu Hause haben oder diese Tiere einfach mögen.

Auf farbigen Tonpapierbögen A3 haben sie mutig mit Pinsel und verdünntem Weiß die Konturen ihrer Katzen gemalt. Diese wurden dann mit flachem Pinsel und locker vermischten Farben – überwiegend hellgraue Töne – ausgetupft, damit das Fell auch etwas wuschelig wirkt. Da gabs dann auch schon mal den Zwischenruf „Anton streicht das Fell aber!“ Ach, was sind die Kleinen goldig, wenn sie so in Aktion sind.
In der zweiten Arbeitsstunde, bekamen die Kätzchen noch Muster auf ihren Pelz, wenn die Kinder dies so wollten. Von wie echt bis abstrakt-dekorativ gabs eine interessante Palette. Zum Schluss noch das Gesicht mit dünnem Pinsel aufgemalt und FERTIG!

Drachenburgmauer als Headerbild

Die mopsige Mietzekatze ist weg.
Nun krönt eine Gruppe kleiner Drachen den Drachenburg-Blog – Wie es sich gehört!

Der erste Entwurf wurde eingescannt, etwas konkretisiert, wieder eingescannt, im Blog ausprobiert, erweitert und schwarz nachgezeichnet, … wieder eingescannt und als Header ausprobiert. Das Teil war zu kurz!
Also verlängern, scannen, prüfen, noch einmal erweitern, einscannen, prüfen ….
Es passt! – – – PAUSE, Tee trinken.

Das Ausmalen des Bildchens war dann der entspannte Teil.
Ein wenig mit Buntstiften herumzukritzeln habe ich schon immer gemocht.

Und nun passt das Bild thematisch und auch von der Größe zu meiner Drachenburg.
🙂