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Strummi-Tierchen II

Die Kombinatorik war bisher ein Stiefkind in meinem Unterricht. Das ändert sich gerade. Begonnen habe ich jetzt bei meinen Zweitklässlern mit den LEGO-Figuren, die unter dem Namen Strummi-Tierchen in verschiedenen Blogs und Materialien zu finden sind. (Weiß jemand, woher dieser Name stammt?)

Wenn man eine Suchmaschine mit dem Begriff füttert, findet man mehrere Websites und Dateien, die sich mit diesen Tierchen beschäftigen. Am schönsten präsentiert aber Frau Locke, die ich dort schon einmal genannt habe, diese „Strummis“. Frau Locke hat auch sehr schöne Arbeitsblätter für Dreier- und Vierer-Strummis erstellt, die man sich bei ihr herunterladen darf.

Ich habe mich nun entschieden, diese Blätter nicht einzusetzen. Statt dessen haben meine Schülerlein ihre Lösungen in ihre Hefte gezeichnet. So entstanden sehr individuelle zeichnerische Lösungen. Einige haben die LEGO-Figuren aufgelegt, mit dem Stift umfahren und dann mit den Farbkombinationen gestaltet; andere haben sich an den Kästchen orientiert. Viele Strummi-Familien bekamen Gesichter, einige bekamen Namen oder ein Haus.

Die Schüler waren sehr intensiv bei der Sache und arbeiteten in den freien Stunden daran weiter – sie wollten Familien mit anderen Farben gestalten oder sie versuchten alle Kombinationen für Vierer-Strummis zu finden.

Besonders schön fand ich, dass meine Zweitklässler, die in einer Teilungsstunde diese Tierchen kennengelernt hatten, den Erstklässlern im gemeinsamen Unterricht genau erklärten, was sie da taten und dann auch gemeinsam mit den „Kleinen“ neue Strummi-Familien ausprobierten und zeichneten.

Das war eine schöne und intensive Lernsequenz in der ich weitestgehend überflüssig war.
🙂

strummi-tierchen strummi-tierchen
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Fördern und fordern

„Wie fördern wir Kinder, denen das Lernen schwer fällt?“ Diese Frage war viele Jahre ein Schwerpunkt in meiner Arbeit. „Die „Guten“, die kommen schon klar!“ so dachte ich und gehörte damit selbst in die förderbedürftige Gruppe. Inzwischen habe ich diesen Rückstand etwas aufgeholt.

Ich habe gelernt, meinen Blick für Kinder mit Entwicklungsvorsprung oder mit besonderer Begabung zu öffnen und ihnen anregende und fordernde Angebote bereitzustellen. Dadurch können diese Kinder nach 1 oder 1 1/2 Schulbesuchsjahren in die 3. Klasse wechseln oder sich innerhalb der Regelzeit von 2 Jahren mit Lernangeboten befassen, die ihrer besonderen Interessenlage entsprechen.

Bei Gesprächen mit Kollegen und auch mit Eltern wird dies oft nicht als erstrebenswert angesehen: „Dann ist mein Kinder in der 10. Klasse 14 und darf sich noch gar nicht für eine Ausbildung bewerben.“, „Wenn er jetzt vorzeitig in die 3. Klasse wechselt und die Leistungen dann später irgendwann absinken, können wir ihm das Jahr nicht zurückgeben.“, „Dann fehlt mir ja meine Leistungsspitze, wenn ich die guten Schüler so stark fördere, dass sie ein Jahr überspringen können.“, „Der kann ja noch nicht einmal sauber schreiben und etwas langsam ist er auch noch, da nützt die ganze Klugheit nichts.“ …….

Es fällt mir zugegebener Maßen oft schwer, überzeugende sachliche Argumente anzubringen. Mein Hauptargument ist, dass den Kindern die Lernlust erhalten bleibt, wenn sie nach ihrem eigenen Tempo und auch nach ihren speziellen Interessen lernen dürfen.

Wie öde ist es doch, ewig den gleichen Lernbrei konsumieren zu müssen, weil sich der Lehrer an den langsamsten Lernern orientiert. Selbst das Lerntempo des Mittelfeldes bremst den Wissensdurst der begabteren Kinder.

Im Augenblick ist es in meiner Klasse so, dass das schnellste Kind zum 2. Halbjahr in die 3. Klasse gewechselt ist und dort bisher wunderbar zurechtkommt. Ein Kind, das besonders Mathematik-vernarrt ist, hat die Lerninhalte der 2. Klasse „durchgearbeitet“ und beschäftigt sich zur Zeit mit verschiedensten Knobelangeboten.

Nun stecke ich in der Zwickmühle: Lasse ich dieses Kind jetzt schon im Tausenderraum rechnen? Dann hat er bis zum Schuljahresende die Hälfte der Lerninhalte der 3. Klasse für sich erobert und es wird für ihn im kommenden Schuljahr schwierig langweilig.
„Das kann er ruhig noch einmal mitmachen. Das schadet ihm nichts.“ So oder ähnlich werde ich diesen Satz dann von der Kollegin hören, die die Kinder ab Klasse 3 übernimmt.

Nun habe ich mich vorübergehend aus dieser Zwickmühle befreien können. Ich habe dem Kind gezeigt, dass er mit seinen Kenntnissen der Malfolgen auch große Zahlen multiplizieren kann, wenn er das Montessori-Multiplikationsbrett nutzt. So kann er im Tausenderraum und darüber hinaus rechnen, ohne dass ich das halbschriftliche und das schriftliche Verfahren der Multiplikation für ihn erklärt hätte.

Aber das Schuljahr ist noch lang. Wie soll es mit meinem Mathe-As weitergehen?

Was macht ihr mit euren besonders begabten Kindern, mit Fachspezialisten und Alleskönnern?

Das wunderschöne Multiplikationsbrett hat mir übrigens meine liebe Schwester genäht. Das Teil ist so viel toller, als das Originalmaterial aus Holz.

Du hast drei Wünsche frei …

sagt die gute Fee im Märchen.

Drei Wünsche hab´ ich auch – schon laaaange. Nun sollen sie erfüllt werden.

1. Der Mini-Schulhof für unsere kleinsten Schüler wird in absehbarer Zeit vergrößert. Er verdoppelt sich dann – und das ist absolut super. Dann werden sie mal rennen können, ohne dabei andere Zwerge anzurempeln. Da kann man auch mal ein bisschen mit dem Ball spielen, ohne dass es gleich gefährlich für andere Kinder wird. Freude pur!

2. Unserem Schulgebäude werden noch ein paar kleine Räume aus einem Nebenteil zugeteilt, die wir für Teilungsunterricht, für Leserunden und andere Aktionen nutzen können. Manchmal wissen wir nicht einmal, wo wir unsere lieben Leseeltern hinschicken können, wenn sie mit einzelnen Kindern und kleinen Gruppen Geschichten lesen wollen. Unsere Flure sind ungeeignet und Räume gibt es einfach zu wenige. Das ändert sich also bald.

3. Wir bekommen ganz in der Nähe unserer Schule eine Kleinsportanlage – nix dolles, aber ein Platz , auf dem man einfach mal draußen Sport machen kann. Das ist bisher nur möglich, wenn man einen sehr langen Weg in Kauf nimmt, was unsinnig ist, weil dann keine Zeit mehr für den Sport bleibt, denn man muss diesen Weg ja auch wieder zurück laufen.

Nachdem ich das heute auf der Lehrerkonferenz erfahren habe, war ich fast gar nicht mehr sauer, dass uns ab sofort ein großer Raum für die Nutzung mit Schülern verloren geht. Dieser Raum wurde gerade frisch als Konferenzraum eingerichtet. Das fand ich ganz furchtbar, weil wir sehr wenig Platz  für Fach-, Teilungs- und Neigungsunterricht haben und uns regelmäßig über die Belegung der vorhandenen Räume streiten einigen müssen.
Nun ist der Raum weitestgehend verloren, was Unterricht angeht – kein Musikraum, kein Englischraum, kein Kreativraum …. sondern ein Konferenzraum. Nunja, ich gebe es zu: Schick und gemütlich ist er  … und da nun tolle andere Möglichkeiten für unsere Schülerlein geschaffen werden, kann ich es wohl doch genießen, komfortabel in diesem Raum zu sitzen, wenn Versammlungen und Konferenzen stattfinden.

Schule rockt!

…  genauer gesagt ein paar Schüler haben gerockt – und wie!!!

Ich kenne sie alle mehr oder weniger aus aktuellen oder vergangenen Unterrichtsstunden und bin begeistert, was die Truppe musikalisch leistet.

Auf ihrer Myspace-Seite kann man sich einige ihrer Titel anhören. Allerdings hört sich das (zumindest mit meinen Sparversions-Lautsprechern) ziemlich sanft an. In echt rockt es einfach nur.
🙂

Am Sonntag spielen sie innerhalb des „Musikfestival Klangwelten“ im FEZ in der Wuhlheide Berlin. Heute war Generalprobe in unserer Aula. Da hab ich gestaunt, wie souverän die Truppe mit ihren Instrumenten umgeht und singt. Ich bin froh, dass ich hingegangen bin.